Samstag, 7. November 2015

Warum sich unglaublich viele Menschen auf dem Kirchenplatz versammeln

Nach der Stadtführung habe ich beschlossen, die Orte dieser nochmal alleine ein bisschen genauer anzugucken.
So ging ich über den Platz der SanFrancisco Kirche zum großen, überdachten Markt. Nachdem ich dort ein Paar Stunden voller Filme kaufen, Saft trinken und einfachem Schlendern verbracht hatte, wartete ich noch bis der plötzliche Regen aufgehört hatte und machte mich wieder auf den Weg zum Hostel. Auf dem Platz vor der Kirche bot sich mir dann ein eigenartiges Bild. Eine riesige Menschenmenge stand im Kreis um zwei junge Männer die, man glaubt es kaum, auf dem Kirchenplatz ein Rap-Battle veranstalteten! Leider waren sie schon so gut wie fertig, als ich dazu kam.
Zurück im Hostel traf ich dann auf Ursula, eine Deutsche die ich beim Frühstück getroffen hatte.
Wir beschlossen daraufhin gemeinsam zu Abend zu essen, da wir beide auch nicht alleine im Dunkeln in La Paz rumlaufen wollten! Wir gingen dann zu einem Inder, der uns vom Hostel empfohlen wurde.
Auf dem Weg dorthin fanden wir allerdings schon wieder eine große Ansammlung von Menschen auf dem Kirchenplatz vor und bis wir den Grund dafür bemerkten dauerte es einige Zeit! :D
Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein Clown! Der hat rumgealbert, die Passanten auf die Schippe genommen und wild rumgepfiffen! Wirklich eine sehr amüsante Vorstellung!

Das Essen war jedenfalls total lecker und wir hatten beide noch genau das Geld, was wir für Essen und Trinkgeld brauchten. Also gingen wir noch Geld abheben..schwerer als gedacht. Wir befanden uns zwar quasi im Bankenviertel, aber erst mal eine Bank zu finden die mir Geld geben wollte, war doch nicht ganz so einfach. Fünf Banken später gingen wir dann zurück ins Hostel.

Am nächsten Tag gingen wir gemeinsam ins Coca-Museum.
Ein sehr liebevoller eingerichteter Raum und sehr informativ!
FunFact: Sigmund Freud war weltweit der erste Kokainabhängige der Geschichte. Er inhalierte Kokain, bis er Nasenkrebs bekam.

Ich hab natürlich noch viel mehr gelernt, zum Beispiel wie man theoretisch Kokain herstellen kann :D
Nein Spaß! Zum Beispiel habe ich noch erfahren, dass Papst Leon XIII den Mariani-Wein (ein Wein auf Kokainbasis), wegen seiner wohltuenden Wirkung mit einer Goldmedaille auszeichnete.






Der Weg zum Museum (mit obligatorischem Touriramsch)








Der überraschenderweise, sehr grüne Hinterhof des Museums








Oder das Coca-Cola 1894 tatsächlich noch Kokain enthielt, erfunden wurde diese übrigens 1886.
Es gab aber auch weniger schöne Fakten zu diesem Thema (surprise, surprise!), zum Beispiel Berichte über die Behandlung Kokainabhängiger in verschiedenen Ländern.
„Zahlreiche asiatische Länder verwenden ein 100% effektives und billiges Verfahren. Es kostet lediglich eine Munitionsladung, da die Drogenabhängigen, die eine Heilung verweigern exekutiert werden.“ (Zitat aus dem Infostand des Museums)
In Peru werden Ärzte dazu angehalten Gehirnoperationen durchzuführen, bei denen die Nervenbahnen des Lustzentrums durchtrennt werden, um die Drogenabhängigen zu heilen. Das Resultat sind daraufhin „moderne Zombies“.
Naja, nicht so schön.
Eine Coca-Presse
















Jedenfalls waren wir danach noch auf dem Markt und haben uns ein bisschen durchprobiert. So haben wir zum Beispiel eine Apfel-Banane gekauft, die zu meiner Enttäuschung einfach nur ein bisschen weniger nach Banane geschmeckt hat und etwas fester war.

Ursula und die Apfel-Banane
Jetzt fahre ich wieder auf die Insel und melde mich dann...naja wann immer ich mal wieder was zu erzählen hab! :D



Hasta luego!  

Donnerstag, 5. November 2015

Alleine in La Paz

Nach einer wunderbaren, warmen und weichen Nacht, erhob ich mich schweren Herzens aus meinem Bett und ging zum Frühstück. Nach diesem und einem kurzen Telefonat (hoch lebe das Internet), verließ ich das Hotel und machte mich auf die Suche nach schwarzem Faden. Der ist mir nämlich leider ausgegangen und dabei wird gerade der so dringend für die Reparaturen meiner Leggings benötigt! Nachdem ich im Supermarkt keinen Erfolg hatte, klapperte ich die kleinen Läden für "Alles" ab und wurde tatsächlich fündig!
Da ich sowieso schon in der Gegend war, ging ich in das Reisebüro meines Mentors, der ein Paket aus Deutschland für mich aufbewahrte.Ich wartete schon seit über zwei Monaten auf dieses Paket und wusste nicht, dass es bereits seit über zwei Monaten in La Paz angekommen war! Fälschlicherweise hatte mein Mentor das Paket an die anderen Freiwilligen  in La Paz weiter gegeben und bis geklärt war, dass das Paket zu mir gehörte waren schon zwei Monate vergangen.

Ganz spontan bot mir mein Mentor dann eine kleine Stadtführung durch La Paz an, an der ich gerne teilnahm. Einer seiner Mitarbeiter brachte mich also zum "meetingpoint"..also theoretisch..auf halber Strecke fuhr ein hupendes Taxi an uns vorbei, in das ich dann gesteckt wurde mit den Worten: "du bist in guten Händen"..okay :D
Das Taxi brachte mich...zu meinem Hostel, beziehungsweise zum Platz neben meinem Hostel, wo zufälligerweise der "meetingpoint" war. Dort warteten schon zwei junge Männer, etwa in meinem Alter, eine Französin und ein sehr netter Engländer, namens Paul. Paul kam übrigens aus London...der pure Neid!
Die beiden Tourguides sprachen relativ gutes Englisch, natürlich nicht in der Schule, sondern in einem Sprachinstitut gelernt und wussten einige Interessante Fakten über die Stadt und Bolivien an sich.

Die erste Info unserer Tour bekamen wir direkt an diesem Platz und die hat mich wirklich überrascht. Ich hatte keine Ahnung, dass ich direkt neben dem sich selbst regierenden Gefängnis von La Paz wohnte!
Die Tour fand teilweise auf Englisch, teilweise auf Spanisch statt, was für Paul eher schlecht war, da er nur Englisch sprach. Dem armen Kerl wurde übrigens irgendwann auf dem Markt sein Handy geklaut...der pure Horror!

Danach ging es weiter über diverse Märkte, in kleine Gässchen und zum Schluss zum Plaza Murillo im Zentrum der Stadt. Dort verabschiedeten wir uns und gingen alle unserer Wege. Nun habe ich eine viel schönere Sicht auf die Stadt und freue mich schon auf morgen, wenn ich das Ganze noch einmal alleine erkunden kann!

Hasta luego!

PS: Nachfolgend einfach ein Paar Bilder von Heute :))
















Lama-X-treme!





Unter diesem Platz fließt ein unterirdischer Fluss








Na, was stimmt hier nicht? :D



Mittwoch, 4. November 2015

Alleine nach La Paz

Ursprünglich geplant:

07.00 Uhr Das Boot in meinem Dorf nehmen
09:00 Uhr In Copacabana mein reserviertes Busticket abholen (Copacabana)
13:30 Uhr Mit meinem Mitfreiwilligen in den Bus nach La Paz steigen
18:30 Uhr Ein Taxi zum Hostel nehmen

Jetzt der von Bolivien geprägte tatsächliche Ablauf:

Um 06:45 Uhr bereit zur Abfahrt standen wir also voll bepackt am Steg, um dann zu erfahren, dass das Boot schon ohne uns gefahren ist. Wir also total motiviert los gelaufen, zum eigentlich ca. 1 Stunde entfernten Challapampa und dann nach ca. 1,5 Stunden kamen wir dann tatsächlich auch an.
Dort zahlten wir den fünffachen Preis für eine Fahrt nach Copacabana, aber ich hatte mir nun mal in den Kopf gesetzt heute nach La Paz zu fahren!



10 Minuten bevor wir dann endlich in Copacabana eintrudelten (10:30 Uhr), stellte mein unglaublich organisierter Mitfreiwilliger fest, dass er seinen Reisepass auf der Insel vergessen hatte!
Da stand dann natürlich schon klar, dass ich alleine fahren müsse.
Trotzdem noch hochmotiviert und absolut überzeugt, stapfte ich in die Reiseagentur um mein Ticket zu holen...was natürlich nicht reserviert war!
Ein Anruf und schwupps - war ein Ticket bei einer anderen Organisation reserviert, mit der ich um 13:00 Uhr nach La Paz aufbrechen sollte.

Nun ist es 12:45 Uhr und ich bekomme eine SMS, dass ich nun doch wieder mit der ersten Agentur fahren solle. Schnell den Rucksack aus der anderen Agentur geholt und das endgültige Ticket bezahlt.
Und wie man so schön sagt, hatte ich Glück im Unglück! Da ich alleine reiste durfte ich mich in der ersten Reihe des Buses niederlassen, übrigens die einzige Reihe mit Beinfreiheit! *.*

Wegen diesem gaaanzen Stress, habe ich die ersten Stunden der Fahrt verschlafen und wachte pünktlich zur Fährfahrt wieder auf. Auf der Fähre traf ich dann zwei Kölnerinnen, die sich spontan mit einem Berliner zusammen getan hatten und ebenfalls auf dem Weg nach La Paz waren.

Im Busterminal von La Paz angekommen (übrigens ein sehr schönes Gebäude (Ich habe es bisher nur nicht geschafft ein Foto zu machen :'D)), teilte ich mir ein Taxi mit zwei Schweizerinnen die kurz vor mir ausstiegen, was mir die Möglichkeit gab, mich ein wenig mit dem sehr freundlichen Taxifahrer zu unterhalten.

Ansonsten ist eigentlich nix mehr passiert, außer das ich die unglaublich weiche Matratze getestet und für himmlisch gut befunden habe :D Auf der Isla schlafe ich nämlich auf einer eher älteren Matratze und dem Lattenrost, weshalb das Bett hier absoluter Luxus für mich ist!

Hasta Luego!

PS: Ich bin absolut süchtig nach dem bolivianischen Popcorn!


Samstag, 24. Oktober 2015

Vögel zu Besuch und die pure Kreativität!

Als ich gestern morgen aufwachte fand ich einen ungewöhnlichen Gast in meinem Zimmer vor. Ein kleiner Vogel saß mitten in meinem Zimmer und pickte in den Ritzen meines Dielenbodens rum! Verwirrt betrachtete ich ihn und ich war nicht weniger irritiert, als er sich unter meinem Türschlitz durchzwängte und so schnell weg, wie er da war!

Später an diesem Tag, ging ich nach der Schule mit Adrian auf das Feld meiner Gastfamilie, wo Gastvater, Gastmutter, Gastschwetser und Gastopa schon warteten! Dort pflanzten wir eine Art Getreide, das aussieht wie eine Bohne, an und rupften das Unkraut auf dem Feld aus. Ich hatte leider nicht genügend Wasser dabei, was alles andere als vorteilhaft war, nach einer knappen Stunde Arbeit in der Mittagssonne!
Jedenfalls gingen wir dann zurück zum Hostel, wo wir alle erst einmal erschöpft auf das Abendessen warteten und ich eine 2L Flasche Wasser leerte.

Am nächsten Tag, heute also, haben Adrian und ich unserer Kreativität freien Lauf gelassen! :D Erst haben wir sein Zimmer in wenig umgeräumt, indem wir sein Regal als Raumtrenner aufstellten und die Wand mit Tüchern etc. dekorierten. Daraufhin gingen wir auf die Suche für mein Zimmer. Ich brauchte nämlich dringend einen Schreibtisch! Nach etwa einer Stunde Suche beschlossen wir einen alten Mülleiner, Benzinkanister, Brennholz und Steine dafür zu verwenden (Foto folgt). Kreativität pur! :D Ich bin super zufrieden mit meinem Schreibtisch, von dem aus ich eine tolle Sicht auf den See habe. Außerdem trugen wir noch einen Baumstamm in mein Bad, den ich als Ablagefläche nutzen kann.
Weiterhin haben wir einen winzig kleinen Nachttisch aufgestellt, weil ich meinen Laptop abends nicht immer auf den Boden legen wollte.
Danach habe ich erst einmal gründlich geputzt, vorbildlich - ich weiß! :D
Und weil sich das mit dem Dielenboden immer häufiger als schwierig herausstellt, den gesamten Sand auf zu kehren, hängt an meiner Tür nun ein „Schuhe verboten“-Schild.

Jedenfalls haben Adrian und ich daraufhin wieder auf dem Acker gearbeitet, diesmal jedoch auf denen im Garten. Dort bestand meine Aufgabe darin die Erdbrocken zu zerschlagen und alles glatt zu streichen.
Da dies doch ziemlich anstrengend ist und wir wieder einmal in der Sonne gearbeitet haben, beschloss ich im See zu springen.

Vorher jedoch hatte ich das Vergnügen die Hunde zum Strand zu tragen, da sie dort ein Bad erwartet. Einerseits war es wirklich lustig und herzallerliebst mit anzusehen, wie die Hunde schon in der Luft das Schwimmen übten, allerdings sahen sie wirklich alles andere als glücklich aus, als sie dann tropfnass an den Strand getragen und mit Waschmittel eingerieben wurden! Damit sie sich nicht sofort wälzten, kamen sie zum trocknen auf den kaputten Steg. Was allerdings nicht viel brachte, kaum waren sie an Land, nahmen sie sofort ein Sandbad :D

Dank meiner großen Klappe musste ich beweisen, dass ich vom Steg direkt in den kalten See springen kann. Gesagt – getan! Ich ging bis zu den Knien ins Wasser und kletterte dann auf den kaputten Steg und ich muss sagen, wenn die Sonne scheint sind die Temperaturen absolut akzeptabel! Trotzdem nach ein bis zwei Minuten planschen, war ich froh unter die heiße Dusche zu kommen! Adrian hat es nur bis zur Hälfte seiner Waden ins Wasser geschafft.

PS: Vor ein Paar Tagen bot sich uns ein herrliches Bild. Beim Mittagessen sahen wir eine Schulklasse auf uns zu kommen und spekulierten aus welchem Land sie wohl kämen, da sie so „weiß“ waren wie Europäer! Als sie dann an uns bei uns waren, fragten wir nach ihrer Herkunft und als sie Bolivien antworteten waren wir vollkommen verwirrt.
Eine Lehrerin sprach daraufhin deutsch was uns noch mehr irritierte. Unsere Gastmutter erklärte dann, dass die die Schüler der deutschen Schule in La Paz seien und die Kinder alle samt, reiche und bekannte Eltern hätten. Seien es Politiker oder „einfach nur“ Millionäre! Laut Gastmutter ist die helle Hautfarbe ein Anzeichen für Wohlstand und einen besseren Lebensstandard.





Samstag, 17. Oktober 2015

Von vollkommen Verrückten, Reis und Mehl

Heute bin ich mal wieder nach Copacabana gefahren um ein Paar Einkäufe zu tätigen, da es auf der Insel nur Tiendas mit dem Nötigsten gibt.
So habe ich mich also schweren Herzens um sechs Uhr morgens aus dem Bett gequält, um pünktlich um sieben Uhr am Boot zu stehen und einen Platz an der frischen Luft zu ergattern. Samstags sind die Boote nämlich dermaßen überfüllt, dass mir das Atmen im Innenraum sehr schwer fällt!
Glück gehabt, ich nahm also am Ausgang Platz und schon fuhren wir los.
Was mir zuvor allerdings nicht aufgefallen war, waren die doch recht hohen Wellen.
Wie ein Blatt im Wind wurden wir von den Wellen hin und her geschoben, die Menschen im vorderen Bereich des Bootes wurden regelmäßig nass, da die Wellen immer wieder gegen die undichten Scheiben schlugen.
Heilfroh in Copacabana angekommen zu sein ging ich zum Markt und machte einige Besorgungen. Darunter der Deal des Tages! :D Snickers für 6 Bolis (ca. 80 ct), statt für 10 Bolis (ca. 1,30 Euro)!
In Ermangelung weiterer Beschäftigungen ging ich etwa eine Stunde zu früh zurück zum Schiff und hatte dadurch das Vergnügen einem sehr amüsanten Vorgehen zuzuschauen. Niemand konnte mir erklären was genau es war, doch ich werde das gesehene mal beschreiben.
Etwa 15 junge Männer standen am Steg, machten Hampelmänner, legten sich darauf hin auf den Boden und wurden mit Wasser aus dem See überschüttet. Das wiederholten diese stetig, während sie nacheinander zu einem Mann im Piratenkostüm liefen und sich einen angebundenen Esel-Schwanz mit einer Axt abschlagen ließen. Als alle fertig waren, wurden sie nacheinander ins Wasser geschmissen, während ein anderer Mann über Lautsprecher rief:“Jetzt ist alles vorbei!“.
Ich spekuliere mal, dass es sich um eine Tradition der bolivianischen Marine handelte, da auch einige Uniformierte anwesend waren.
Daraufhin bot sich mir ein weiteres Spektakel. Ein roter Laster fuhr vor und auf die vier bereit stehenden Boote wurden nun Unmengen weiße und orangene Säcke geladen. Auf Nachfragen wurde mir erklärt, dass es sich dabei um jeweils 50 kg Reis und Mehl handelte, da diese gerade so günstig waren wie nie. Als alle Säcke verladen waren, fuhren alle Boote gemeinsam los und ich war heilfroh, dass sich der See etwas beruhigt hatte.
Diese Freude hielt allerdings nicht an, denn je weiter wir auf den See hinaus fuhren, desto stärker wurden die Wellen wieder. Ich saß diesmal auf dem Dach des Bootes, zusammen mit anderen Passagieren und etwa 10 Säcken Reis und Mehl.
Nachdem wir die Säcke von der Vorderseite des Schiffes nach hinten geladen hatten, war der Spaß für mich vorbei.
Die Wellen wurden immer stärker und kamen nun nicht mehr von vorne, sondern von der Seite, weshalb ich große Sorge hatte, das Boot könne umkippen!
Mit dieser Sorge war ich fast die Einzige auf dem Dach. Ich hörte zwar wie die Frauen im inneren des Schiffs hysterisch etwas auf Aymara rufen und die Kinder neben mir anfingen zu weinen, die Anderen auf dem Boot hatten allerdings großen Spaß.
Einige Male konnte ich sogar das Wasser mit der Hand berühren, da wir in eine sehr starke Schräglage geraten waren. Als wir dann in unsere Bucht einfuhren, beruhigte sich das Wasser wieder und ich mich auch.
Nach dem Ausladen der Säcke, bei dem ich als Frau absolut nicht helfen durfte, ging ich zurück ins Hostel und unterhielt mich mit meinem Gastvater.
Er erzählte mir, dass er sich das mit der Überfahrt schon so gedacht hätte und deshalb sicherheitshalber Zuhause geblieben sei. Toll, danke für die Info!
Weiterhin erzählte er mir, dass dieses Wetter einige Tage anhalten würde und auf dem See zu dieser Zeit jährlich etwa 30 Menschen ums Leben kämen! Sehr beruhigend!
Ich war also heilfroh, dass nichts schlimmeres passiert ist.
Und das Ironischste an der ganzen Sache ist, dass ich am Abend vorher noch Titanic geguckt habe!

Hasta Luego und passt auf euch auf!


PS: In Copacabana lief in allen Filmgeschäften der animierte „Sieben Zwerge“- Film von Otto Waalkes. Auf spanisch versteht sich, sehr lustig anzusehen!  



Freitag, 16. Oktober 2015

Von Festen und Konflikten!

Gestern gab es auf der Insel ein Fest, es wurden Gaben für Pachamama geopfert um für eine Gute Ernte zu sorgen!
Ich habe es nicht ganz verstanden muss ich zugeben, entweder wurde der angekündigte Lamafötus gestern eingegraben oder das geschieht erst bei der Feier nächsten Monat!
Jedenfalls haben alle schon um 10 Uhr angefangen zu trinken und als ich nach Schule und Mittagessen um 16:00 Uhr dazu kam, waren alle bester Laune!

Bevor ich losging wurde ich allerdings gewarnt auf mich aufzupassen, da der Baum den ich gefällt habe wohl Teil irgendeines Familienstreites ist. Besagter Baum wurde vor kurzem in der Nacht geklaut und jetzt könne es durchaus zu einer Massenschlägerei zwischen den Familien kommen! Angeblich wäre der Gastgroßvater Jorge, dann an vorderster Front und würde sofort die Familienehre gegen den jungen Jorge der anderen Hälfte der Familie verteidigen! :D

Jedenfalls, auf halbem Weg traf ich auf meinen Mitfreiwilligen, der tatsächlich geschickt wurde mich zu holen! Ich lasse mich nicht so häufig blicken wie er, das muss ich zugeben, weil ich einfach die Hälfte des Tages von Schule, Sprache und Höhe total erledigt bin!
Jedenfalls kam ich an und bekam sofort von allen Seiten Becher voll Bier gereicht und man darf ja nichts ablehnen, auch wenn Bier echt schwierig für mich ist! Und das bolivianische Bier ist alles andere als leicht! Nachdem ich mich ein Paar Minuten mit unseren Bekannten unterhalten und Juan beim Flöte spielen zugesehen habe, ging ich zu den Lehrern.
Dort stand ich erst einmal rum und beobachtete die sonst so ernsten Lehrer und belustigt analysierte ich wer wohl am betrunkensten sei. Ganz plötzlich zog mich einer der Lehrer weg und bis ich verstand, dass ich mit den festlich gekleideten Frauen tanzen soll, muss ich wohl sehr verdutzt ausgesehen haben! Ich konnte mich glücklicherweise retten, was dazu führte, dass ich mit besagtem Lehrer im Kreise der anderen Lehrer tanzen musste! :D
Ganz elegant konnte ich nach kurzer Zeit abklatschen, so das Adrian tanzte.
Jedenfalls blieben wir dann noch bis etwa sieben Uhr und nachdem wir die letzten auf dem Platz waren gingen wir zum Strand. Auf dem Rückweg unterhielten wir uns noch mit einigen Leuten, bis wir uns mit dem Sohn eines Bekannten an den Strand setzten und den Abend ausklingen ließen. Jedenfalls bis wir uns auf die Suche nach besagtem Bekannten machten und ich im Dunkeln einen Stein übersah, der mitten auf dem Weg lag. Das kann ich natürlich so nicht durchgehen lassen!Dieser Stein wird daher demnächst in einer Nacht- und Nebelaktion zerstört werden! :D

Alles in allem hat dieser Tag sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das nächste Fest!






PS: Den ganzen Tag wurde ich übrigens von den zwei Hunden der Gastfamilie begleitet und sie sind mir tatsächlich nie von der Seite gewichen! Obwohl das Fest auf der anderen Seite des stattfand, sind sie immer hinter mir her gelaufen! Sie begleiten mich auch immer bis zum Schultor oder zur Tienda! Ich hab die beiden schon richtig ins Herz geschlossen! ♥

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Baumfällen und „Willkommen im 21. Jahrhundert!“

Dieses Wochenende habe ich einen Baum gefällt. Ganz einfach nur, weil er meine Sicht blockiert hat.
Ich hatte gehofft es gäbe eine Elektrosäge, als ich mein Vorhaben angekündigt habe, dem war leider nicht so.
So begann ich also diesem Baum, der schon seit 5 Jahren tot und dementsprechend trocken ist, den Gar aus zu machen. Von Findus und den zwei Hunden beobachtet schlug ich also mit aller Kraft auf den Baum ein, während Adrian den Boden für unser nächstes Projekt ebnete!
Insgesamt brauchte ich zwei Tage bis der Baum endlich fiel und mit Blasen an den Händen, betrachtete ich späte sehr stolz meinen Baumstumpf!







Seit Montag gibt es doch tatsächlich Internet in der Schule!
Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert! Wlan an sich gibt es leider nicht, das internet kann man nur an den Schulcomputern nutzen. Das kostet dann pro Stunde 10 Bolis (ca. 1,30 ct) und das installierte Skype funktioniert leider auch nicht, also macht das für mich keinen großen Unterschied! Die Lehrer und Schüler sind allerdings deshalb total aufgeregt und betrachten das Ganze noch als total magisch!
Adrian und ich wollen demnächst Computerkurse anbieten, da es tatsächlich schon sehr schwer zu sein scheint, seine E-Mails zu öffnen oder Bilder runter zu laden!
Alles in diesem Raum ist noch in Plastik eingepackt und wenn man den Raum benutzt, ist immer der Hausmeister anwesend und passt auf!
Ich hab mir trotzdem das Wlan-Passwort ausgelesen, um dann enttäuscht festzustellen, dass das Internet tatsächlich auf die Schulcomputer begrenzt ist!
Mich ärgern diese 10 Bolis, da die Schule das Internet vom Staat umsonst bekommt und wirklich alle außer dem Direktor der Primaria dafür zahlen müssen!
Naja, vielleicht können wir da noch was aushandeln! :P



Außerdem habe ich heute mein Zimmer umgeräumt, jetzt gefällt es mir viel besser! Ich habe nun vom Bett aus eine tolle Aussicht auf den See und Nachts auf die Sterne! Generell wirkt alles viel offener und heller und ich fühle mich auch wohler! 


Hikisincama! (Tschüss auf Aymara)


PS: Hier gab es vor kurzem ein Gewitter, nur ein kleines und trotzdem haben in meinem Zimmer bei jedem Donner die Scheiben gewackelt und bei jedem Blitz war mein Zimmer hell erleuchtet!